1. Teil:

An der Gemeinschaftsschule Schreienesch in Friedrichshafen laufen die Vorbereitungen der Klasse 7b für ihren Carrotmob auf Hochtouren. Seit Dezember 2017 halten sich die 21 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihrer Lehrerin Desiree Schuh mindestens eine Unterrichtsstunde pro Woche frei, um zwei Ziele zu erreichen: erstens ihren ersten Carrotmob am 23. Juni vorzubereiten und zweitens ihr Wissen über den Klimawandel und seine Auswirkungen zu schärfen. Diese Carrotstory erzählt von den bisherigen Fortschritten des Friedrichshafener Carrotmob-Projekts.

Bereits Anfang des laufenden Schuljahres entschieden die Schülerinnen und Schüler der 7b zusammen mit ihrer Lehrerin, sich intensiver mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen. Das Projekt Carrotmob macht Schule passte perfekt und mit Hilfe der Materialien aus dem Carrotmob-Aktions-Set nahmen die Vorbereitungen im Dezember Fahrt auf. Zuerst teilten sich die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen anstehenden Aufgaben untereinander auf, wie Schüler Jona erzählt:

„Am Anfang haben wir Karten bekommen mit unseren Namen und dann haben wir die einzelnen Aufgaben zugeteilt und die Karten an eine Projektwand geheftet, sodass jeder sehen konnte, wer was macht.“

Die Aufgabenfelder umfassten unter anderem „Projektleitung“, „Presse“ und „Grafik“. Auch der Zeitplan für die kommenden Monate wurde auf diese Weise festgelegt. So hatten die Schülerinnen und Schüler der 7b den Grundstein für eine effiziente Projektplanung gelegt und die weitere Organisation des Carrotmobs konnte beginnen. Auf dem Schlemmermarkt am 23. Juni wird der Weltladen Friedrichshafen die Schülerinnen und Schüler beim Kuchenverkauf unterstützen. Die an diesem Tag erzielten Einnahmen werden direkt in energiesparende Maßnahmen im Weltladen investiert.

Ihr eigenes Carrotmob-Logo und einen Flyer haben die Schülerinnen und Schüler bereits erstellt, eigene T-Shirts kreiert und beeindruckende Stellwände mit vielen interessanten Fakten zum Thema Klimawandel gebastelt. Die Stellwände informierten die Besucher des Tags der Offenen Tür der Gemeinschaftsschule Schreienesch, an dem die 7b ihr Carrotmob-Projekt zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte. Natürlich kamen an diesem Tag auch die Carrotmob-T-Shirts zum Einsatz.

Neben der konkreten Projektorganisation nutzten die Schülerinnen und Schüler die vergangenen Monate, um mehr über den Klimawandel und seine Auswirkungen zu erfahren, wie Schüler Daniel erklärt:

„Wir haben im Unterricht das Thema Klimawandel behandelt und dabei unter anderem über Treibhausgase geredet. Dadurch haben wir viel Neues über den Klimawandel erfahren können und gelernt, was wir falsch machen und was wir tun können, damit er sich nicht mehr so tragisch entwickelt.“

Auch die Einstellungen zur Umwelt und zum Energieverbrauch haben sich seitdem in der 7b gewandelt. So berichten die Schülerinnen und Schüler, dass sie jetzt eher darauf achten, das Licht in ihren Zimmern auszuschalten und ihre Eltern animieren, zum Einkaufen anstatt des Autos lieber das Fahrrad zu nutzen. Der Schüler Johann erzählt:

„Vorher habe ich mir noch nie so richtig Gedanken gemacht über den Klimawandel und jetzt bin ich mir bewusster geworden, dass man auch versuchen muss, die Ökobilanz der Stadt zu verbessern, denn das betrifft ja schließlich auch unsere Zukunft.“

Bis zum Carrotmob-Aktionstag am 23. Juni haben sich die Schülerinnen und Schüler der 7b vorgenommen, ihren Carrotmob innerhalb ihrer Schule und auch in ganz Friedrichshafen so bekannt wie möglich zu machen. Das Team von Carrotmob macht Schule und das Projektteam werden bald wieder über den Fortschritt des Carrotmob-Projekts an der Gemeinschaftsschule Schreienesch informieren.

Am 26. April bestimmten die Schüler*innen der GMS Schreienesch außerdem die Tagesordnung im Umweltausschuss der GMS Schreienesch. Die örtliche Presse berichtet: „Carrotmob macht im Rathaus Schule“

2. Teil:

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Gemeinschaftsschule Schreienesch stecken mittendrin in den letzten Vorbereitungen für ihren Carrotmob am 23. Juni 2018 auf dem Friedrichshafener Schlemmermarkt. Unter anderem haben sie in den letzten Wochen ihr Carrotmob-Projekt dem Bürgermeister vorgestellt und eine Energieberatung im örtlichen Weltladen durchgeführt. Aber lesen Sie selbst im zweiten Teil der Carrotstory an der GMS Schreienesch.

Die Schülerinnen und Schüler in Friedrichshafen werden nicht nur vom Programm Carrotmob macht Schule unterstützt, sie haben sich auch um eine Förderung des Potzblitz!-Projekts der Zeppelin-Stiftung und der Stadt Friedrichshafen gekümmert, welches junge Forscher einer breiteren Öffentlichkeit bekanntmachen soll. Durch die Unterstützung beider Programme sind die Schülerinnen und Schüler bisher unter anderem in der Lage gewesen, Stellwände und T-Shirts für ihren Carrotmob anzuschaffen. Bei einer vor kurzem stattgefundenen Potzblitz!-Ausstellung an ihrer Schule nutzten die Schülerinnen und Schüler die Stellwände und ihre T-Shirts dann, um ihre Gäste zu begeistern. Der Schüler Leon erklärt den nachhaltigen Effekt der Stellwände aus Holz:

„Dank der Stellwände müssen wir nicht ständig neue Plakate benutzen, die danach ja eh im Mülleimer landen.“

Potzblitz! erleichtert der 7b außerdem den Zugang zur Presse und hilft ihr dadurch, ihr Carrotmob-Projekt in der Region immer bekannter zu machen.

Die Gruppe „Energieberater“ war währenddessen in den letzten Wochen damit beschäftigt, eine Energieberatung im örtlichen Weltladen, welcher der Partnerladen der 7b bei ihrem Carrotmob-Projekt ist, zu organisieren. In Begleitung eines professionellen Energieberaters schauten sich die Schülerinnen und Schüler im Weltladen genau um und machten so einige Energiefresser aus. Adrian von den „Energieberatern“ betont:

„Der professionelle Energieberater hat uns zwar einiges beigebracht und uns geholfen, das meiste mussten wir an dem Tag aber selber rausfinden, es ist ja schließlich auch unser Carrotmob-Projekt.“

So hielten die Schülerinnen und Schüler fest, dass die draußen angebrachten Neonröhren tagsüber nicht angeschaltet sein müssen, dass eher die Fenster zu- als die Ventilatoren angemacht und dass bei geöffneten Fenstern die Heizungen ausgestellt werden sollten. Die während des Rundgangs erworbenen Erkenntnisse listen die Schülerinnen und Schüler jetzt auf und übergeben sie an den Weltladen.

Den Schülerinnen und Schülern ist wichtig, dass ihr Carrotmob-Projekt eine maximale Wirkung erzielt. Aus diesem Grund folgten sie einer Einladung des Friedrichshafener Bürgermeisters ins Rathaus, wo sie vor dem Umweltausschuss sprachen und erklärten, wie sie durch ihr Projekt der Stadt in Sachen Klimaschutz helfen können. Sie beantworteten außerdem viele Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger, wie die Schülerin Jippe erklärt:

„Eine Frage war, wie viel Energie an unserer Schule verbraucht wird. Das wollen wir jetzt rausfinden. Wir wollen uns im nächsten Schuljahr darum kümmern und dann auch überlegen, wie wir den Energieverbrauch senken können.“

Das zeigt mal wieder, wie Carrotmob macht Schule über einen Carrotmob hinaus eine nachhaltige Wirkung erzielt. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihr Carrotmob-Projekt außerdem noch vor dem Jugendparlament vor.

Zu guter Letzt haben sich die Schülerinnen und Schüler daran gemacht, Füße aus Klebematerial auszuschneiden. Diese werden mit interessanten nachhaltigen Ideen beschriftet und am Tag des Carrotmobs vom Schlemmermarkt, wo der Carrotmob stattfindet, bis zum Weltladen führen.

Jetzt macht sich die 7b der Gemeinschaftsschule Schreienesch noch daran, an den letzten Stellschrauben zur Vorbereitung ihres Carrotmobs zu drehen, bevor dann am 23. Juni 2018 der Startschuss zum eigentlichen Event fällt. Wir sind gespannt und werden in Kürze vom Ablauf und von den Ergebnissen des Friedrichshafener Carrotmobs berichten.

3. Teil:

Am Samstag, dem 23. Juni war es so weit für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Gemeinschaftsschule Schreienesch – ihr Carrotmob konnte endlich starten. In den Tagen vorher mussten allerdings noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Das hieß unter anderem, zu schauen, ob die selbst erstellten Informationswände zum Thema Klimaschutz noch vollständig waren und außerdem zu überprüfen, ob auch genügend Kuchen für den Carrotmob-Stand eingeplant waren. Denn der Andrang sollte an diesem Samstag groß werden…

Das Wetter spielte auf jeden Fall schon mal mit: Im satten Sonnenschein machten sich die Schülerinnen und Schüler früh morgens daran, ihren Carrotmob-Stand auf dem Friedrichshafener Schlemmermarkt aufzubauen. Die Besetzung des Standes von 8.30 Uhr bis 14:30 Uhr hatten sie vorher in zwei Schichten eingeteilt; so waren alle Schülerinnen und Schüler an diesem Tag für drei Stunden eingebunden. An ihrem Stand boten sie dann eine Reihe verschiedener Produkte an: selbst gebackene Kuchen und Muffins, Kaffee, Mineralwasser und Apfel-Mango-Saft sowie original Carrotmob Schreienesch-Taschen. Außerdem verkauften die Schülerinnen und Schüler an ihrem Stand Produkte ihres Partnergeschäfts, dem Weltladen Friedrichshafen. Sogar einen eigenen Bauchladen hatte die 7b zusammengestellt. Bei so viel guter und akribischer Vorbereitung blieb das Interesse der Friedrichshafener Bürgerinnen und Bürger nicht aus. Viele Kundinnen und Kunden hielten an diesem Samstag am Carrotmob-Stand der GMS Schreienesch, kauften die Produkte der 7b zum Wohle des Klimaschutzes und informierten sich bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Apfel-Mango-Saft an den Stellwänden der Schülerinnen und Schüler über das Klima und die Konsequenzen des Klimawandels. Am Ende waren alle Beteiligten sehr zufrieden mit ihrem Carrotmob, denn die gemachten Einnahmen konnten sich wirklich sehen lassen.

Diese wollen die Schülerinnen und Schüler jetzt in Energiesparmaßnahmen in ihrem Partnergeschäft, dem Weltladen Friedrichshafen, investieren. Im Vorfeld des Carrotmobs hatte dieser sich bereits vertraglich verpflichtet, mit 30 Prozent der Einnahmen Heizkörperthermostate sowie LED-Lampen im Geschäft zu installieren. Vom restlichen Geld wird die 7b außerdem noch 3 Hektar Regenwald kaufen, die sie dann in den nächsten Jahren in Kooperation mit dem Weltladen sowie dem Regenwaldladen Freiburg weiter schützen wollen.

Zum Ende des Carrotmob-Projekts zieht Schülerin Sarah ein positives Fazit:

„Es war mal sehr interessant zu sehen, wie wir der Umwelt helfen können und außerdem, wie viele Menschen daran interessiert sind, zu helfen.“ 

Darüber hinaus ist Carrotmob macht Schule an der GMS Schreienesch so gut angekommen, dass die Schülerinnen und Schüler sich dazu entschieden haben, eine Fairtrade-AG zu gründen. Das Ziel: ihre Schule soll eine Fairtrade-School werden. An der GMS Schreienesch wird sich also über den Carrotmob hinaus für Nachhaltigkeit eingesetzt werden.

Schule:

Gemeinschaftschule Schreienesch, Friedrichshafen 

Datum und Ort:

23.06.2018, in Kooperation mit dem Weltladen Friedrichshafen auf dem Schlemmermarkt Friedrichshafen

Besuchende:

Circa 500 Personen

Summe und Maßnahmen:

750 € investiert der Weltladen Friedrichshafen in Maßnahmen für den Klimaschutz im Bereich Heizung und Beleuchtung. 

O-Ton Lehrkraft:

„Ich als Lehrerin kann es nur empfehlen, die Kids die Erfahrung machen zulassen. Sie lernen nicht nur etwas über den Klimawandel, sondern auch organisieren. Weiterhin durften meine Kids die Erfahrung machen im Ausschuss für Umwelt und Nachhaltigkeit zu sprechen. Das sind prägende Erlebnisse. Auch die positive Rückmeldung der anderen Lehrer und der Bevölkerung haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Auch oder gerade Kinder, die sich in schulischen Leistungen schwer tun, haben hier gezeigt, was in ihnen steckt!!!“